Eine kleine Argumentation, warum es Zufall eigentlich nicht geben kann.
Alles um uns herum, die Welt, der Kosmos, unser Leben ist in einem perfekten System aufgebaut. Überall lassen sich Gesetzmäßigkeiten entdecken (manche sind noch unbekannt), die beschreiben, warum bspw. unser Blut in den Aterien vom Herzen weg und in den Venen zum Herzen hin fließt und nicht umgekehrt, wieso Elektronen um ihren Atomkern schwingen und nicht auf ihn hinunterstürzen und weshalb die Sonne doch jeden Tag wieder aufgeht, entgegen dem von Hume eingebrachten Zweifel, es könnte morgen doch eigentlich auch mal finster bleiben.
Wir sagen nicht umsonst, wir leben in einem „Kosmos“ (griech.: Ordnung), der von seinen Gesetzen beherrscht wird und den jeglicher, plötzlich auftretender, ungesetzmäßiger Zufall in ein „Chaos“ (griech.: Unordnung) stürzen würde.
Stellen wir uns vor, wir konstruieren ein Haus und bauen es auf, dann kann man es für sich genommen als kleinen Kosmos bezeichnen. Die Wände, das Dach, Stützbalken etc. sind nicht einfach willkürlich hingestellt, sondern den Gesetzen und ihrer Funktionalität folgend in das Gesamtkonstrukt integriert. Würde man dort nun willkürlich Löcher hineinschlagen oder ähnliches unnützes Zeug veranstalten, fiele irgendwann alles in sich zusammen.
Wie im Mikrokosmos so im Makrokosmos und schon würde unsere Welt aus dem Ruder laufen.
Fällt ein Apfel vom Baum, so fällt dieser nicht zufällig sondern eben gesetzmäßig nach unten und trifft er dabei Newton, dann wird dieser nicht zufällig, sondern natürlich gesetzmäßig getroffen. Oder ist jemandem schon mal aufgefallen, dass der Apfel oder die Birne dabei noch einen Purzelbaum geschlagen haben ^-^? Vielleicht hat ja auch jemand mal gesehen, dass Ebbe und Flut ihren Rhythmus verkehrt hätten oder einen Bären, der im Sommer Winterschlaf hielt?
„Alle Materie besteht aus Atomen, die wiederum aus Protonen, Elektronen und Neutronen und deren absolut perfekten und rhythmischen Bewegung aufgebaut ist. Warum sollte also, nachdem alles Leben in uns und um uns herum einem großen, gleichmäßigen Rhythmus unterliegt, gerade der Mensch als einziger Zufällen ausgesetzt sein?“
So steht hinter jedem physischen wie psychischen Ereignis ein Gesetz, das nicht immer sofort erkannt werden kann. Das berechtigt uns jedoch nicht, seine Existenz abzustreiten. Der Apfel ist schließlich schon vom Baum gefallen, als wir von Gravitation und Fallgesetz noch nichts gehört hatten.
Wann ein Radionuklid zerfällt und dabei das Alphateilchen produziert, das in einer chemischen Reaktion mit dem Genmaterial einer deiner Zellen zu der Mutation führt, die letztendlich Krebs verursacht, ist nach der unter Physikern am weitesten verbreiteten Interpretation der Quantenmechanik zufallsbestimmt (d.h. es unterliegt Gesetzen, aber die machen lediglich Aussagen über Wahrscheinlichkeiten).
Nun und wenn das daran liegt, dass sie das entscheidene Gesetz noch nicht (er)kennen?
Leider kann ich nicht mehr dazu sagen, da ich mich noch nicht dazu durchringen konnte, mich mit Quantenphysik zu beschäftigen
…
Stimme mit dir überein, Cori. Mein aktuelles Modell der Welt _vermutet_ einen vollständigen Determinismus.
Der Zufall ist nur eine böse Erfindung, die aus der noch böseren Erfindung der Statistik resultiert.
Allerdings muss ich sagen, dass dein Eintrag nicht gerade meine Annahme festigt!
Eine Betrachtung von physikalischen Objekten, die den Gesetzen der Gravitation folgen, soll den Zufall ausschließen?
Die Folgerung von Die-Umwelt-unterliegt-Naturgesetzen auf Das-Menschliche-Wesen-ist-determiniert ist …nunja… „vage“?
Das waren ja nur Beispiele, die ich auch versucht habe aus dem Menschen zu ziehen. Zudem spreche ich von aller Materie und da wir, denke ich, doch auch aus Atomen aufgebaut sind, sollten wir denselben Regeln unterliegen wie alles andere außerhalb von uns.
Dir fallen sicher eine Menge Gesetze in uns ein… wo sollte also dort der Unterschied liegen?
Der Determinismus ist eine heikle Angelegenheit. Man muss nicht erst die neueren Entdeckungen der Quantenphysik betrachten, um Zweifel am Zwang naturgesetzlicher Gesetzmäßigkeit zu haben. Obschon diese eigentlich schon sehr praktisch dazu ist, da sie nach momentanen Stand eigentlich den traditionellen Satz „Wir haben blos noch nicht genug Informationen, dann könnten wir vorausberechnen“ als falsch anzeigt. Es geht nicht darum, dass die Messmethoden oder Gesetze zu ungenau seien. Es ist laut Quantentheorie zwangsläufig so, dass auf kleinster Ebene chaotische Prozesse ablaufen die wir nicht total erfassen können. Stichwort Unschärferelation. Was aber nicht bedeutet, dass es dabei keine Absehbarkeiten gäbe (Chaostheorie, Wahrscheinlichkeitsrechnung). Und das führt zurück zur Frage.
Was ist ein Naturgesetz? Eine allgemeine Arbeitshypothese bestenfalls unter ceteris paribus Bedingungen. Die Theorie der Schwerkraft beschreibt nur äußerst grob den Fall eines Apfels. Sie beschreibt wie sich ideale Körper in einem idealen Raum zueinander bewegen. Es gibt eben kein Gesetz, das speziell die Bewegung von Äpfeln beschreibt. Dabei spielen diverse Gesetze mit ein und gerade in der modernen Physik muss man betrachten, dass mehrere Erklärungsmodelle gleichzeitig funktionieren, die sich eigentlich gegenseitig ausschließen müssten. (Wieder das Beispiel Quantenphysik und spezielle Relativitätstheorie, wenn ich mich nicht irre). Naturgesetze ändern sich so wie das Modell vom Kosmos, der eben keiner mehr ist. Niemand würde heute noch davon ausgehen, dass die Sterne ewig und unvergänglich sind. Es könnte eben doch sein, dass die Sonne morgen plötzlich vergeht.
Weiterhin zur Natur von Gesetzen. Gesetze müssen streng gültig sein, d.h. ausnahmslos gelten. Wenn das Gesetz lautet „Alle Leser dieses Blogs sind jünger als 30″, so müsste jemand, der diesen Blog liest instantan jünger als 30 werden. Solch eine Ausnahmslosigkeit erreicht man selten in den Naturwissenschaften, selbst in der Physik. Gerade in der Biologie, in der Chemie, auch in der Physik geht man oft einfach von Wahrscheinlichkeitsmomenten aus und eben von Hypothesen, weil diese funktionieren. Nicht als Gesetz aber als Leitlinie. Die meisten Vögel können fliegen, aber eben nicht alle. Trotzdem kann ich davon ausgehen, dass wenn ich einen Vogel in freier Wildbahn antreffe, dieser fliegen kann. Damit fahre ich sehr gut. Denn einerseits sind unsere erkannten Gesetzmäßigkeiten eben nie vollständig und auch unsere Informationen können es nie sein. Oder anders: Wenn Erde und Sonne sich ab morgen plötzlich voneinander weg bewegen würden, müssten wir dann davon ausgehen, dass Schwerkraft gar nicht existiert?
Was soll der ganze Schmu sagen? Erst einmal ist der Glaube, alles in der Natur geschehe nach einfachen allgemeinen Gesetzen sehr mechanisch und starr – unflexibel. Vieles, das man selbst als Gesetz ansehen würde, ist im strengen Sinne keines, und das ist auch gut so, denn sonst müsssten täglich Teile unseres Weltbildes einstürzen.
Andereseits ist der Glaube, alles in der Natur geschee nach einfachen, allgemeinen und strengen Gesetzen eben genau das: ein Glaube. Ein Konstrukt. Das erkannte schon Schiller. Jeder Determinismus ist vom Deterministen konstruiert. Er slebst muss erst die Freiheit besitzen, diese zu leugnen. Hinter diesen Akt kommt er nicht mehr zurück. Das aber nur am Rande. Auf die erkenntnistheoritischen Probleme bei der Gesetzesfindung kommt es sogar noch mehr an. Wie entstehen eigentlich die Naturgesetze, denen wir heute vertrauen, ohne sie wirklich zu verstehen. Dabei sei auf Hempels Rabenparadoxon hingewiesen oder auf die Dialektik der Aufklärung. Auch ein abergläubiger Mensch besitzt feste Gesetze, die das Aufgehen der Sonne erklären.
Selbst bin ich noch nicht vollständig in die Materie eingetaucht, aber je mehr man sich mit der Problematik von Naturgesetzen befasst, desto mehr entlarvt sich der Glaube an naturgesetzlichen Determinismus als recht naiv. Die Gesetze selbst sind meist nicht streng, ihre Prämissen sind meist nicht streng nachweisbar und stringent kann man nicht von ihnen ableiten. Ohne strikte Ableitung von Naturgesetzen kann es jedoch keinen Determinismus geben, höchstens Probabilitionismus (wenn es das Wort überhaupt gibt), den Glauben an Dispositionen, wie sie heute ja auch angenommen werden. Niemand würde sich heute anmaßen, anhand von Naturgesetzen, Sozioökonomischen Gesetzen usw. die Zukunft vorraussagen zu können. Sollten dieses wirklich Gesetze sein, müsste man das aber mit ihenen können. Das man nur bestimmte weitere Gesetze bräuchte um alles zu erklären, blendet die grundsätzliche Problematik von Gesetzen aus. Gerade wenn man sich biologische und soziale Systeme ansieht, merkt man, dass es hier eben nciht im strikte Gesetze geht. Die Evolutionstheorie erklärt die Evolution, beschreibt sie wissenschaftlich und lässt auch Wahrscheinlichkeiten erkennen. Hätte man aber mit dem Rüstzeug der Evolutionstheorie vor nur 300.000 Jahren vorraussagen können, welche Lebewesen heute leben? Mit der Antwort, man werde schon alles erklären können, wenn man erst alles wüsste, nun ja, da hofft man sich irgendwann tatsächlich zum Gott zu erheben. Die kindliche warum?-warum? Spirale muss schließlich irgendwann ohne Antwort bleiben. Und dann steht man einfach da – und staunt.
PS: Zu dem Argument, dass wir den Gesetzen unserer Elemente unterzuordnen sind – Das ganze ist doch mehr als die Summe unserer Teile (Auch wenn Fichte mich dafür vielleicht watschen würde). Ein Automat besitzt Eigenschaften, die seine Einzelteile nicht haben. Das würde wohl auch sogar jeder aus der Cognitive Science zugeben [kleiner Seitenhieb]
und mit dem richtigen Wort und Graus vor den ganzen Tippfehlern gehe ich nunmal ins bett:
Probabilismus!
Aber wenn alles dem Chaos bzw. Wahrscheinlichkeit unterlegen wäre, dann müssten sich auch Gesetze täglich widerlegt sehen oder eigentlich im Grunde genommen frage ich mich dann, wie man Gesetze erkennen kann, wenn sie scheinbar nicht existieren oder sind sie nur ungenau? Wenn wir mit ihnen nichts vorhersehen können, wozu brauchen wir sie dann…
Oh und ja zu dem Argument, dass wir mehr sind als unsere Teile, ja natürlich stimme ich dem zu
. Was nicht heißt, dass dem kein natürliches Gesetz zugrunde liegt. Schließlich sind wir doch auch von unseren Teilen her alle einzigartig hier und du kannst nicht zwei Leutchens nebeneinanderstellen, die sich in ihren Teilen aufs Haar ähneln (nein nicht mal eineiige Zwillinge) und dann sagen „ja haha der hier ist nun im Endeffekt aber anders als dieser dort“.
Anders herum. Wenn alles strikten und allgemeinen, ausnahmslosen Gesetzen (und das alles müssen sie sein um eben Gesetze, nicht Wahrscheinlichkeiten zu sein) unterworfen wäre, dann dürfte uns nichts rein gar nichts mehr überraschen. Mich überrascht jedoch vieles. Diese Überraschung kann man natürlich damit bewältigen, dass man sie unter den Deckel eines noch unbekannten, aber sicherlich perfekten Gesetzes schiebt. Diese Gesetze sind aber auch nach tausenden Jahren Kulturgeschichte noch nicht entdeckt und rücken gar immer weiter in die Ferne. Sind wir uns heute sicherer, dass alles in der Welt in geordneten bahnen verläuft als ein Baal-Priester?
Dennoch will ich nicht den Eindruck erwecken, Gesetze seien unnütz oder existierten gar nicht. Sie sind nützlich, sie existieren, sie helfen Komplexität zu reduzieren und Kontingenz zu bewältigen. Sie lassen sie aber nicht verschwinden, und sie können ihre Aufgabe nicht vollständig lösen. Sie sind menschliche Kulturprodukte und wie viele dieser durch den Glauben an sie bedingt. Ein unglaubwürdiges Gesetz erklärt mir gar nichts. Dennoch, auch auf Arbeitsebene funktionieren Gesetze. Mit der Physik Newtons kann ich schon einige Dinge planen und mit hoher wahrscheinlichkeit vorherberechnen. Dennoch ist sie heute überholt. Ich hoffe es wird verständlich, worauf ich hinaus will.
Ich finde es bedenklich, seine Freiheit als Bedrohnis wahrzunehmen und sich in einen Determinismus-Glauben zu flüchten mit dem Schutzschild von Naturgesetzen, die man eigentlich oft gar nicht genau kennt. Auf dieser Welle schwimmen auch diese ganzen aufgewärmten Pseudobiologismuserklärungen, die wieder sehr „in“ sind. (Man muss nur mal „Galileo“ einschalten, da läuft es einem kalt den Rücken runter). So, es ist schon wieder sehr spät, ich muss ins Bettchen
Ich nehme meine Freiheit nicht als bedrohlich wahr. Im Gegenteil, ich lebe sie in allen Zügen aus, weil sie mir schlicht und ergreifend als ETWAS in meiner Welt erscheint, ob als Illusion einer deterministischen oder Fakt in einer möglichen nicht-deterministischen Realität.
. Der möglich falschen Illusion gebe ich mich gerne hin
.
Denn selbst wenn doch alles deterministisch ist, so habe ich persönlich trotzdem in meinem Bewusstsein die Illusion von Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, Gedanken rein willkürlich aufkommen zu lassen etc. und das reicht mir vollkommen aus
Das wäre auch in etwa so, als wenn man einer echten KI vorwerfen würde, ihre Intelligenz sei ja nur simuliert.Das schöne ist, dass es auf dieser Ebene gar keine Illusion geben kann. Hinter sein Bewustsein kann schließlich niemand begründet steigen. Will heißen, wenn man sich selbst nicht mehr als sichere Quelle von Identität annehmen kann, was dann?
Selbst wenn alles determiniert ist, so heißt es doch nicht, dass der Zufall da nicht mitspielt.
Möglich ist doch, dass es gewisse variable Bereiche gibt, in denen zufällige Veränderungen auftreten – und trotzdem können wir nicht eingreifen…
Um den Aspekt des Eingreifens geht es mir gar nicht so sehr. Schließlich weiß niemand wirklich, ob du gerade aktiv in dein Leben eingreifst oder alles so geschieht und niemals anders, weil du so bist wie du bist und deswegen nie anders reagieren würdest.
Mein Punkt ist mehr, dass Zufall so etwas Unfassbares ist (im wahrsten Sinne des Wortes). Du könntest nie wissen, wann wie, wo, als was und wieso dieses Etwas auftritt und genau deshalb kann man es eigentlich gar nicht weiter als Ding oder Sache an sich beschreiben. Etwas, ein Phänomen kann doch aber nur existieren, wenn es beschreibbar ist. Womit ich bei meinem nächsten Punkt angelangt bin:
Definiere mir mal jemand ordentlich Zufall. (Die Duden dieser Welt sind unbefriedigend.) Und ich meine, sobald ihr das hinbekommt, haben wir wieder etwas, dass sich bestimmen oder vorhersagen lässt, weil wir es einordnen und erkennen können. Geht es widerum nicht, dann dürfte kein einheitliches Prinzip „Zufall“ existieren. [Bissige Abschlussbemerkung: Dann habt ihr ein Wort wie "Gott".]
Möchte ja nicht gehässig sein, aber angeblich hat Nietzsche ja mal gesagt, dass es eine Sitte der Frau sei, zu glauben das nur existiere, worüber sich auch reden ließe (und damit sich beschreiben). Ich halte nicht sonderlich viel von Nietzsche. Zum Zufall und seiner Definition. Ich würde da am anderen Ende ansetzen, bei der Kontigenz. Warum sind die Dinge wie sie sind und nicht anders, obwohl sie anders sein könnten? Es wäre durchaus vorstellbar und widerspräche keinem Naturgesetz, dass die EU nicht existiert, dass meine Eltern auf Kinder verzichtet haben. Trotzdem existiert die EU und auch ich.
Warum führe ich das an? Wenn man sich das ganze von dieser Seite ansieht, muss man nicht davon ausgehen, dass Zufall ein Prinzip des Seins oder etwas total willkürliches ist. Es ist vielmehr ein Stufe der Reflexion, der Erkenntnis. Aber überall, wo man Dinge nicht mit letzter Bestimmtheit für absolut und notwenig erklären kann, besteht Kontingenz. Sie könnten eben auch anders sein, es hätte anders kommen können usw. Das ist eben die wesentliche Seite von Zufall eben wider dem Determinismus: Dass etwas so ist, wie es ist, obwohl es anders sein könnte. Der Determinist geht davon aus, dass nichts anders sein könnte als es ist. Das hatten wir ja schon, mit den Gesetzen, die man nur noch nicht gefunden hätte usw. Naja, will nicht wieder zu weit ausholen. Da Kontingenz ein phil./theol./etc. Begriff mit riesigem Rattenschwanz ist, häng ich einfach mal den Wiki Artikel an
http://de.wikipedia.org/wiki/Kontingenz_%28Philosophie%29
>Nun und wenn das daran liegt, dass sie das entscheidene >Gesetz noch nicht (er)kennen?
>Leider kann ich nicht mehr dazu sagen, da ich mich noch nicht >dazu durchringen konnte, mich mit Quantenphysik zu >beschäftigen
Ohne dem Diskurs allzu genau gefolgt zu sein, trifft dieser Post die Idee hinter einer netten Theorie: Deterministische QT;
eine schöne Quelle dazu unter:
http://www.colloquium.phys.ethz.ch/program/abstracts/thooft
bzw. http://www.podcast.ethz.ch/episodes/?id=252
Grüße aus dem Süden
Fabian
An ***
»Wer möchte sich an Schattenbildern weiden,
Die mit erborgtem Schein das Wesen überkleiden,
Mit trügrischem Besitz die Hoffnung hintergehn?
Entblößt muß ich die Wahrheit sehn.
Soll gleich mit meinem Wahn mein ganzer Himmel schwinden,
Soll gleich den freien Geist, den der erhabne Flug
Ins grenzenlose Reich der Möglichkeiten trug,
Die Gegenwart mit strengen Fesseln binden,
Er lernt sich selber überwinden,
Ihn wird das heilige Gebot
Der Pflicht, das furchtbare der Not
Nur desto unterwürfger finden.
Wer schon der Wahrheit milde Herrschaft scheut,
Wie trägt er die Notwendigkeit?« -
So rufst du aus und blickst, mein strenger Freund,
Aus der Erfahrung sicherm Porte
Verwerfend hin auf alles, was nur scheint.
Erschreckt von deinem ernsten Worte
Entflieht der Liebesgötter Schar,
Der Musen Spiel verstummt, es ruhn der Horen Tänze,
Still traurend nehmen ihre Kränze
Die Schwestergöttinnen vom schön gelockten Haar,
Apoll zerbricht die goldne Leier,
Und Hermes seinen Wunderstab,
Des Traumes rosenfarbner Schleier
Fällt von des Lebens bleichem Antlitz ab,
Die Welt scheint, was sie ist, ein Grab.
Von seinen Augen nimmt die zauberische Binde
Cytherens Sohn, die Liebe sieht,
Sie sieht in ihrem Götterkinde
Den Sterblichen, erschrickt und flieht,
Der Schönheit Jugendbild veraltet,
Auf deinen Lippen selbst erkaltet
Der Liebe Kuß, und in der Freude Schwung
Ergreift dich die Versteinerung.
(Friedrich Schiller, „Poesie des Lebens“)