Heute habe ich ein weiteres internes Klischee unschädlich machen können.
Wenn ich meinen eigenen Schlaf beobachte, so habe ich bisher noch immer der Wissenschaft zugestimmt, die mir bisher bestätigte, dass ich alleine noch am besten die Nacht überstehe. Ich kuschel mich Abends in mein Kopfkissen ein, bis von mir nur noch die Nasenspitze zu sehen ist und versinke augenblicklich in viel Tief- & Traumschlaf, bis mich die Sonne oder mein Wecker nach 12h wecken…
Sobald ich jemanden neben mir liegen habe, sieht das schon anders aus. Das Einschlafen geht zwar genauso schnell, wenn nicht noch schneller, weil sämtliche Gedanken, die mein Gehirn möglicherweise sonst noch verarbeiten wollte, durch die Konzentration auf die Existenz neben mir ausgeschaltet werden. Aber das Durchschlafen…und erfrischt fühle ich mich auch weniger, was höchstwahrscheinlich an den kleinen, nicht immer bewusst erlebten Arousals liegen wird.
Und ich wurde immer bestätigt:
Frauen schlafen alleine besser, sagte mir die Wissenschaft, Männer mit Begleitung.
Das stimmt so nicht!
Wie ich nun heute lesen durfte, ist der männliche Schlaf genauso beeinträchtigt. Er schneidet scheinbar sogar schlechter ab, weil wir Frauen angeblich tiefer ins Unbewusste fallen. Und das lustigste an der Story: Subjektiv gehen die Geschlechter getrennten Meinungen in die gegensätzliche Richtung! So wie ich das ja auch bisher dachte.
Der Stresslevel steigt bei unsern Bettgenossen schneller an und was das im Wachleben bedeutet, ist auch nicht ohne: Um mal provokativ zu formalieren … Sie verdummen. Die Performance in kognitiven Aufgaben während der Untersuchungen sank nach geteiltem Schlaf. Erklärungen für diese Unterschiede gehen in Richtung Mutterrolle, Aufgabenverteilung, Frauen sind an gestörten Schlaf „gewöhnt“ bzw. um es ein wenig fachlicher asuzudrücken, wir sind von unseren Schlafleistungen her genetisch darauf eingestellt mit unterbrochenem Schlaf besser umgehen zu können. Phasen solch nicht veränderbarer Umstände werden dann eben u.a. durch besseren Tiefschlaf ausgeglichen.
Eine Theorie meinerseits wird dann wiederum allerdings auch bestätigt: Träume sind besser festzuhalten, wenn nicht gleich Ablenkung nebenan parat ist
. Bei Männern soll sich laut dem Artikel das Traumerinnern nach dem Sex am konstruktivsten erwiesen haben …
Die Entschuldigungen der Wissenschaftler für getrennte Betten sehen dann so aus:
Historically, we have never been meant to sleep in the same bed as each other. It is a bizarre thing to do.
Sharing the bed space with someone who is making noises and who you have to fight with for the duvet is not sensible.
1. Wer kommt darauf, so etwas zu untersuchen? Das ist ungefähr so wichtig und intuitiv wie die Frage, ob mir eine rote oder eine gelbe Zimmertür eher beim Konzentrieren helfen kann.
2. Blödsinn! Als Mann liegt es mir fern das zu glauben.
Sowas will ich gar nicht erst hören
Deshalb werde ich in wilder Manier dem Artikel keinerlei Glaubwürdigkeit schenken. Diese Meinung bleibt bestehen, bis die mehr Versuchspersonen als 8 pro Ausprägung (männlich, weiblich) getestet haben und ungefähr 10 weitere Variablen in ihren Versuch eingeführt haben wie etwa Schwierigkeit der Testaufgaben, Zufriedenheit in der Beziehung oder expliziter & impliziter Stimmung
Desweiteren könnte man als weitere Versuchsbedingung homosexuelle Paare untersuchen und überprüfen, ob alle Lesben besser bzw. alle Schwulen schlechter in deren kognitives Leistungsblatests werden.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie da andere Ergebnisse erzielen würden und der Effekt in Wahrheit auf ganz andere Dinge zurückzuführen ist, als auf das Geschlecht.
3. „Arousal“ steht nicht im Wörterbuch und „Performance“ gehört nicht ins Wörterbuch!
4. Zitat „Historically, we have never been meant to sleep in the same bed as each other. It is a bizarre thing to do.“
Genauso bizzar ist es doch, wenn Paare so ein Experiment durchführen. Hat bestimmt auch niemand vorgesehen.
Sollen se sich mal nicht so anstellen mit der Evolution, die kocht auch nur mit Wasser!
1. Wer entscheidet, was wichtig ist und was nicht? In der Schlafmedizin haben solche Erkenntnisse sicher ihren Wichtigkeitsstatus. Dann nämlich z.B. wenn einer der beiden an Insomnia leidet o.Ä. und man auf Ursachenforschung geht.
2. Mache ich gerne für dich, sollte ich mal in der Position sein
. Darüber hinaus liegt es hier, so wie ich das sehe, weniger daran, ob Mann oder Frau neben dir schläft, sondern, dass da überhaupt jemand liegt und dich mit seiner Anwesenheit „beunruhigt“. Die Auswirkungen sollten dann die gleichen bleiben, da auch Homosexuelle im genetischen Bild keine großen Unterschiede aufweisen sollten. (Gib mir nen Gegenbeweis.)
3. Arousal ist der Fachausdruck für „kurzzeitiges, nicht immer bewusst erlebtes Erwachen in der Nacht“, so wie ich es im Text darüber definiert habe. Und ich weigere mich „Performanz“ zu benutzen, sowas Eingedeutschtes brauch ich nicht, da kann man gleich den ebenfalls anerkannten Fachausdruck benutzen.
4. Möchte von dir hören, was für dich untersuchungswichtig ist + Begründung, warum alles andere damit in die So-ein-Quatsch-Diskriminierungskiste rutscht.
1. Ich finde es, wie gesagt, nicht sehr intuitiv auf die Idee zu kommen genau das zu untersuchen
2. Ich fände es interessant zu wissen, wie es bei homosexuellen Paaren aussieht! Ich glaube nämlich nicht, dass bei Schwulen beide durch intensives Nebeneinanderliegen dümmer und Lesben dadurch klüger werden.
Ich glaube, dass dieser Effekt auf einen ganz anderen Aspekt zurückgeht, der da eben nicht „Geschlecht“ heisst. Das würde bedeuten, dass bei homosexuellen Paaren auch eine(r) in den Leistungstests tendenziell schlechter wird als der/die andere.
3. Arousal wirkte wie ein Begriff aus A&C, war zumindest mein Eindruck. Wusste nicht, dass das ein schlafmedizinischer Fachausdruck ist.
Performance steht tatsächlich im Wörterbuch, finde ich aber nicht schön. Wisse, dass sich augenscheinlich Performanz von Performance stark unterscheidet!
Performanz heisst nicht etwa „Leistung“, viel mehr „Sprachakt“/“Sprachverwendung“ oder „soziales Handeln“.
4. Mein Punkt bezog sich nicht auf die Untersuchungswürdigkeit, sondern auf die Schlussfolgerung des Artikels. Ich finde es paradox mit widernatürlichen Mitteln und widernatürlichen Methoden die Widernatürlichkeit des gemeinsamen Schlafes zu kritisieren.
2. Niemand hat behauptet, dass Frauen einen positiven Effekt mitnehmen. Die sind einem gewissen Grad von Stresspegel genauso ausgesetzt und werden ganz sicher nicht „klüger“ davon… Welchen Aspekt würdest du denn vorschlagen? Sind dir die Ergebnisse der Studie so unglaubwürdig?
3. Ja, die Definition tut meiner Verwendung keinen Abbruch. Irgendwo ist das schließlich alles integriert.
4. Ich stimme dir zu, dass Studien mit ein paar Versuchspersonen nie überzeugend representierend sind. Aber ich sehe keinen Grund, ihnen „widernatürliche“ Mittel und Methoden vorzuwerfen. Die Leitung an sich finde ich vollkommen in Ordnung. Sehe keinen Unterschied zu anderen Untersuchungen.