Konzentration, Ladys and Gentlemen!

Es ist zum Haare ausraufen… Jetzt schreibe ich schon einen Artikel über Konzentration, nur um mich einer weiteren gemeinen Quelle der Ablenkung hinzugeben. Viele Leute haben mir erzählt, wie viel Spaß auf einmal Hausarbeit macht, wenn es gilt, wichtigere Dinge zu erledigen. Naja, da bin ich wohl einfach innerlich zu stark abgeneigt, als dass mir Putzen plötzlich Freude bereiten könnte. Aber dann schaut mich mal diese Blume an und flüstert: „Gieß mich!“ oder das Internet befiehlt: „Lies mich!“. Auf der Suche nach ein paar wissenschaftlichen Erklärungen blieb ich leider auf fundlos. Der Bildschirm wird dann vielmehr überflutet von Angeboten zu Gehirnjogging, Meditation und isometrischen Übungen. Meine Art von Ablenkung also, mich über Ablenkung zu informieren, bringt mich nicht wirklich weiter. Genauso wenig wie alle anderen Dinge, auf die ich schnell anspreche, als da wären Bloglesen und wie erstarrt aus dem Fenster starren, vor mich hinträumen. Aber diese Dinge sind vor allem alle so furchtbar sinnlos. Ich könnte mir ja auch ein gutes Buch nehmen, wo ich doch sonst nie dazu komme. Nur ist diese Art nicht in die Kiste Ablenkung von wichtigen Aufgaben einstufbar, wie mir scheint. An der Stelle schaltet sich Miss Gewissen ein. Vielleicht liegt das an der Größe dieser Aufgabe. Ist eben keine Kleinigkeit mal eben ein Buch zu lesen. Hm. Schon nicht einfach ständig Dingen ausgesetzt zu sein, die der eigenen Natur zuwider laufen. Alle 30min soll man 5-10min Pause machen (nicht länger…) und alle 2h sogar bereits eine halbe Stunde rausgehen. Tststs…da bräucht ich ja einen Wecker, aber das wär zu einfach. Hier ist noch eine Konzentrationsübung vom Bogenschießen. Probier sie mal wer aus und sag mir die Ergebnisse. Ich hab jetzt keine Konzentration dazu.

Eine der besten aber weniger bekannten Konzentrationsübung wird in Eugen Herigels Buch “Zen in der Kunst des Bogenschießens” erklärt. Für die Übung sollte man morgens (eventuell auch abends) 10-15 Minuten einplanen, die Konzentrationssteiguernung nach einigen Wochen ist beachtlich. Unsprünglich war die Übung wichtig für das Erlernen der Konzentration für das Bogenschießen. Aber die Übung ist auch hilfreich um allgemein die Konzentration zu verbessern. Für die Übung setzt man sich aufrecht aber entspannt auf einen Stuhl, weder Holkreuz noch krummer Rücken, sondern eine normale und entspannte Sitzhaltung ist wichtig. Die Füße stellt man parallel, normal mit der ganzen Fläche auf den Fußboden. Die Hände liegen jeweils auf den Oberschenkel des gleichen Beines. Nun schließt man die Augen und versucht sich eine weiße Wand vorzustellen. Sobald andere Gedanken auftauchen und das Bild der weißen Wand verschwinden lassen, beginnt man wieder von vorne. Die Vorstellungsübung wird begleitet von einer bewussten Atmung. Hierbei versucht man nicht in den Brustkorb sondern in den Bauch zu atmen. Wichtig ist es, bis zu Ende zu atmen. Beim Einatmen sollte keine weitere Luft mehr aufnehmbar sein, das Einatmen erfolgt außerdem relativ zügig. Das Ausatmen hingegen erfolgt langsam und gleichmäßig. Man versucht Stück für Stück die Luft durch die Nase wieder aus dem Körper auszuatmen, bis keine mehr drin ist. Dann folgt wieder ein zügiges Einatmen. Die Übung sollte 10-15 Minuten dauern, es ist besser sich einen Wecker zu stellen um nicht über die Uhrzeit nachzudenken.

Die Übung mag am Anfang sehr schwer fallen, aber man merkt täglich die Fortschritte, sich auf die weiße Wand zu konzentrieren. Das Entwickeln dieser Konzentrationsgabe führt hinterher zu einer besseren Konzentration bei allen Aktivitäten. Erich Fromm, welcher diese Übung in seinem Buch “Kunst des Liebens” zitierte, meint sogar das sich durch diese Konzetrationssteigerung auch die Liebesfähigkeit steigert.

2 Antworten

  1. Und eine weitere nette Übung, die in der Praxis anwendbar ist: Falls du merkst das deine Konzentration nachlässt verschaff deinem Gehirn ein paar neue Eindrücke. Sieh für ca. 5min ein paar schöne Bilder (Landschaftsaufnahmen etc.) an. Dadurch wird das Belohnungszentrum aktiviert und das Weiterlernen fällt wesentlich leichter. Den Link zum entsprechenden Artikel werde ich noch nachreichen sobald ich ihn gefunden habe.

    Liebe Grüße
    Nico

  2. Neiein, böser Fehler! Das ist doch genau so eine Sache, die mich ablenkt. Sobald ich woanders hinschaue, fange ich an zu träumen. Da brauch ich nich mal 5min dafür ;) . Meine Träume sind eben alle viel schöner und bunter als alles um mich herum.

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