Sonne tanken will gelernt sein
Ist das nicht wundervoll? Früh morgens um halb 7 Uhr beginnt aus meinem Wecker laut Musik zu düdeln, die Sonne scheint in mein Zimmer oder jedenfalls ein paar Ableger, die sich bereits auf meine Südseite verirren, und ich bin augenblicklich wach. Im Halbschlaf frage ich mich noch, ob ich zu spät dran bin, die Vögel begrüßen mich (bilde ich mir ein). Das ist schlicht und ergreifend der Grund, warum ich den Frühling und Sommer mehr mag als die anderen beiden. Im Winter stehe ich auch zwei Stunden später noch nicht so klar im Kopf auf.
Was geht nur für eine riesen Maschinerie in mir in Gang, wenn ich der Sonne ausgesetzt bin? Es ist wie Tag und Nacht, im wahrsten Sinne des Wortes: Jetzt beginnt die Zeit, wo ich wieder länger abends arbeiten kann, nur weil ich Licht habe… 5 Tage Sonne pur in Osnabrück und meine Stimmung ist in Höchstform. An diesen Gedankenstellen fühle ich mich dann so unglaublich abhängig, eingesperrt in einen Körper mit kaum bewusst zu beeinflussendem Hormonsystem -.-.
Stichwort Arbeit & Sonne: Im letzten Jahr um diese Zeit hatte ich so viele Pläne, was ich alles gern unternehmen möchte; mit dem Rad in die Umgebung, Spaziergänge durch noch nicht entdeckte Wälder, chillen auf der Schlosswiese, wie so viele Studenten, die scheinbar nichts besseres zu tun haben. Und…was kann ich euch davon erzählen? … Eben. Dieses (!) Sommersemester wird das anders. Man muss einfach mal raus! Dieses ewige Computergetippe und -gelese ist nicht gesund. Arbeitsplatz nach draußen verlegen ist mein Motto ab jetzt.
Anfänge kann ich bereits verbuchen *stolz sei*: Gestern las ich Semantik (wozu hat man auch einen Drucker) vor der Uni und nutzte später auch zum 1. Mal die Bank in unserem wundergrünen Hinterhof (der nur bei diesem Wetter krakelende Kiddies anzieht wie kleine Stechfliegen) zum Weiterlesen. Es geht. Wenn man nur will! Heut war die Schlosswiese dran, leider nicht zum Chillen (schaff ich auch noch, tschakaa), aber immerhin arbeitete ich im Freien.
Vergeblich werde ich wohl auf die Nachricht an irgendeiner Tafel warten: “Cori, die Vorlesung, die du gerade besuchen willst, findet auf der Schlosswiese statt!”, so wie ich es für andere Fächer bereits sah. Unser Studiengang ist einfach zu sehr Beamer abhängig…
“zu sehr Beamer abhängig” does not parse. Please, liebes deutsches Volk, jetzt nicht auch noch Adjektiven das antun, was Substantive schon seit Jahren ertragen müssen
Ich denke, unsere Sprache benötigt hier entweder kreative Freiheit (die ich mir genommen habe) oder eine Erweiterung. Das Problem ist, dass meine Intention hierbei nicht viel Wert auf das eigentliche Adjektiv legt, sondern das Objekt des Ärgers in den Vordergrund stellen möchte, das durch Kleinschreibung an Effekt verliert.
Das Phänomen ist mir nicht neu. Irgendwann habe ich mich mal für diese Lösung entschieden, weil sie am besten ausdrückt, was ich sagen will :). (Bindestriche sind dämlich und eine Präposition zu nutzen stört meine literarischen Kreise
)