Wie die Welten auseinanderklaffen … alias … Spagat wollte ich schon immer lernen

Ich habe heute mal wieder eine Klausur bei den Psychologen geschrieben und komme einfach nicht drumrum, jedes Mal diesen riesen (oft klischeehaften) Unterschied festzustellen, der zwischen jedem Studienfach herrscht.

Ich kam von den Anglisten, hübsch gestylte Mädels (und Jungs nicht weniger) mit wenig Interesse. Kaum bei den Psychologen: zu viel Weiblichkeit auf einmal (da hilft auch ein Dutzend Jungs nicht) ohne herausstechende Individuen und charakterlich strebsam naiv. *aushol*

Ich war schon gestresst genug von der Organisation einen 100Fraukurs in einen Seminarraum zwecks Klausur pressen zu wollen (und beneidete bereits die Masse an Leuten, die noch früher als ich (20min) da waren und zusammen gekuschelt in den hinteren Reihen unsehbar saßen). Bis die Leute passabel auf einen zweiten Raum aufgeteilt waren, verging subjektiv eine Ewigkeit. Der Dozent selbst war hilflos, die Leute auseinanderzudelegieren – „Kommen sie hier her, hier sind noch 3 Plätze, die will ich besetzt sehen.“ … Nichts rührt sich. Hachja, aber das auffälligste, das ich noch nirgends in solch konzentrierter Form erlebt habe, war das ständige Gefrage nach der Uhrzeit. Wenn es jemandem schon so wichtig ist, dann überwindet derjenige wenigstens für 2h mal gefälligst seine Uhrphobie! *tsts* Nach ungeschlagenenen 5min: „Wann haben wir angefangen? Wie spät ist es schon?“ … 20min später „Herr Kazääääen, wiiie lange noch?“ … Das ging munter so weiter. Ist ja nicht so, als ob er nicht angekündigt hätte, dass er regelmäßig, spätestens 15min vor Schluss Zeitfeedback gibt. *Augenroll*

Um dann wieder auf das Thema umzuschwenken – die Mathematiker sind wieder ganz anders. In ihren Vorlesungen wird man auf unheimliche Art und Weise mit einer Aura von viiiiel Intelligenz (logischer) umwabert und der Dozent schreibt die Uhrzeit stetig an die Tafel.
Coxis lassen sich für mich nur mit dem Wort „bunt“ beschreiben. Tut mir leid, es gibt einfach kein für mich ersichtliches charakteristisches Merkmal als „bunt“, quasi „immer anders als andere“ (was vielleicht auch daran liegt, dass ich selbst in dieser Zielgruppe stecke und mich in keinem anderen Fach gepflogenheitsmäßig heimisch fühle).
Jaaa und gespannt bin ich auf eine Klausur bei den Biologen. Dort fühlt man sich immer noch am meisten wie in der Schule: gleichstarke Besetzung Männlein/Weiblein und auch vom Stil und der Einstellung her schwelge ich dort oft in Erinnerungen.

Joa, hab ich wen vergessen? Ach! Die Musiker kenne ich auch. Habe zwar noch nie eine Klausur oder Ähnliches dort geschrieben, aber meine Chorerfahrung hat mich schon einiges gelehrt: Musiker sind die Leute, bei denen man ohne Auge auf Kleidung und sonstige Stil sofort erkennt, neben wem man steht… Sie reden einfach die meiste Zeit über ihr Lieblingsthema – Musik ;) . (Nicht zu verwechseln mit Musikliebhabern, die lassen die vielen Fremd- und Fachwörter sowie Auskünfte, wo das und jenes Mozartnotenstück erhältlich sei, weg)

Als Coxis ist es einfach toll, überall dabei sein zu können und Vor- sowie Nachteile eines jeden Studentenfaches erleben zu können. Nur so funktioniert Interdisziplinarität: Verstehe deine Mitmenschen und späteren Jobkonkurrenten wie dich selbst :) .

Ach und übrigens: dies ist interaktiv gemeint. Eure Impressionen bitte…

One Response

  1. Was soll man da als Psychologiestudent schon großartig sagen?
    Ach ja: „Mädchen, komm raus aus der Objekterkennung!“ :P
    Ich habe mir in der Klausur keine Gedanken um die Zeitansagen gemacht, hab sie einfach ignoriert. Habe zwar auch keine Uhr, aber legte keinen großen Wert während der ersten halbe Stunde die Zeit angesagt zu bekommen.
    (Hatte eher Gedanken wie „VERDAMMT! Warum fragt der Freud ab?“ [dabei hab ich extra Freud gelernt, nur nicht das Gefragte...naja.])

    Ähm.. warum vermittelt das Besuchen von studiengangsfremden Veranstaltungen ein Gefühl von Interdisziplinärität und wertet Coxi auf? (Studiengangs-)patriotismus ist sowieso komisch.

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